Vision der Planer

Was ist Ihre Grundidee/Vision für die naturnahe Gestaltung am Standort Neckartal-Kaserne?

Auf jedem Firmengelände werden Ressourcen verbraucht, deren Gewinnung oft mit der Zerstörung wertvoller Ökosysteme – oft gar nicht am Firmenstandort sondern in fernen Ländern – verbunden ist. Vor Ort tragen aber auch intensiv gepflegte Rasenflächen und konventionell bepflanzte Grünflächen ganz unmittelbar zur Verarmung von Fauna und Flora bei.  
 
Auf lokaler Ebene wollen wir mit unseren Vorschlägen zur biotoptypenreichen, naturnahen Gestaltung der Freiflächen dem Verlust biologischer Vielfalt direkt entgegen wirken. 
 
Wir glauben, dass die naturnahe Gestaltung in diesem Fall aber mehr kann. Der größte Nutzer der Fläche wird in Zukunft die INAST Abfallbeseitigungs GmbH sein, die eigentlich auch im Biodiversitätsschutz arbeitet und - ähnlich wie wir - in Kreisläufen denkt. Wir als Naturgartenexperten versuchen ökologische Kreisläufe zu nutzen, damit auf einer Fläche stabile (und ästhetische) Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen. Unternehmen wie INAST sind Teil des Ressourcenkreislaufs und versuchen diesen zu schließen. 
 
Unsere Vision für das Gelände ist deshalb eine Gestaltung, die eine hohe ökologische Qualität mit hoher Aufenthaltsqualität verbindet – das versteht sich aber eigentlich von selbst. Zusätzlich möchten wir mit unserer Gestaltung aber auch Parallelen zwischen ökologischen Kreisläufen in der Natur und Ressourcenkreisläufen in unserer Gesellschaft aufzeigen. Wir hoffen, dass auf diese Weise bei möglichst vielen Menschen ein Nachdenken darüber angeregt wird, wie ihr Verhältnis zur Natur aussieht und sich am Ende die Einsicht durchsetzt, dass der Schutz der biologischen Vielfalt notwendig und richtig ist – auch wenn es manchmal unbequem ist. 
 
Unsere Vision ist, dass einen Besucher in Zukunft eine Symbiose aus ästhetisch ansprechenden und ökologisch hochwertigen naturnahen Flächen, reger wirtschaft-licher Betriebsamkeit und einem Informationsangebot zum Thema „Stoffkreisläufe und Nahrungsketten in Natur und Gesellschaft" erwartet. 

Gibt es besondere planerische Herausforderungen am Standort?

Mit rund 27 ha Gesamtfläche ist der zu gestaltende Bereich relativ groß im Vergleich zu Standorten in Gewerbegebieten. Daher kann nicht jede Kleinstfläche im Detail geplant werden. Zugleich sind die Anforderungen an die Fläche ungewöhnlich vielfältig: neben INAST wird das Gelände auch vom Bundesverband der Rettungshunde für die Ausbildung von Hunden und deren Führern genutzt werden. Diese Menschen – und Tiere – werden jeweils ganze Wochenenden auf dem Gelände verbringen, wodurch sich die Anforderungen an die Aufenthaltsqualität erhöhen. 

Zusätzlich möchte INAST einen großen Teil der Kompensationsverpflichtungen auf dem Gelände selbst erfüllen: Da einige Flächen auf dem ehemaligen Kasernen-gelände, die im Augenblick ökologisch relativ hochwertig sind, von INAST für den Betrieb benötigt werden, muss das Unternehmen Ersatz schaffen. D.h. es muss „kompensieren" und neue, insgesamt gleichwertige, Lebensräume schaffen. Da ist es logisch, dies wo möglich vor Ort auf dem eigenen Gelände zu tun. Dadurch wird teurer Landzukauf für die Neuschaffung von Biotopen vermieden. Es wird genau da kompensiert, wo wertvolle Biotoptypen (oder Flächen) verloren gehen. 
Das alles sollte natürlich ökonomisch möglichst effizient ablaufen – auch und insbesondere – hinsichtlich der späteren Pflege der Flächen. 
 
Es wird also darauf ankommen, an den richtigen Stellen gestalterische Akzente zu setzen, während man an anderen Stellen eher die Naturschutz- und Artenschutzmaßnahmen plant, die eine Aufwertung in den nächsten Jahren mit sich bringen und sich eher an der Landschaftspflege und den faunistischen Schwerpunkten orientieren.  

 

Planer: Ilsemarie Warnecke, Werner Krauß und Doris Deppe 

www.gartengestaltung-warnecke.de , www.krauss-naturgarten.de 

 

Planung Stand: November 2015 (anklicken öffnet PDF in neuem Tab) 

INAST

  

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